The Witcher 3: Wild Hunt - Test

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Caparino
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Re: The Witcher 3: Wild Hunt - Test

Beitrag von Caparino »

Randall Flagg78 hat geschrieben: Na ja, man kann sich halt auch an Kleinigkeiten aufhängen.. :roll:
Hängen wir uns nicht alle an "Kleinigkeiten" auf weil der Unterbau aka Hauptstory gut ist?

Ändert nichts daran das vieles drumherum einfach "doof" gelöst wurde wo einem als Spieler schon weitaus bessere Lösungen begegnet sind und diese den Maßstab bilden an den sich auch Witcher 3 messen lassen muss. Und das betrifft das Weltdesign,Kampfsystem,Handwerk und die Talente/Loot.
Vinterblot
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Re: The Witcher 3: Wild Hunt - Test

Beitrag von Vinterblot »

Dem stimm ich zu. Das Spiel hat ziemlich viele Gameplay- und Designprobleme, die halt alle extrem durch das Questdesignteam und die Autoren rausgerissen werden. Spielerisch hätte man da einiges mehr machen können, was sehr schade ist.
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SethSteiner
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Re: The Witcher 3: Wild Hunt - Test

Beitrag von SethSteiner »

Für mich persönlich ist The Witcher 3 in jedem Fall die Referenz im Genre und teilweise sogar Genreübergreifend. Die Quests wurden ja oft angesprochen, die Figuren wirken allesamt großartig, sei es nun Geralt selbst oder einfach nur ein Mann im Tutorialgebiet, den man eigentlich nur ein, zwei Minuten überhaupt spricht. Die Vertonung (ich spiele auf englisch), die Darstellung, die Musik, die Umgebung das alles wirkt hinein und dazu auch, dass man im Spiel kaum NPC Klone antrifft. Es gab einen einzigen Moment in Novigrad, wo drei Leute in einer Zwischensequenz nebeneinander standen die scheinbar identisch waren und das wars. Ansonsten gab es, zwei, drei andere Momente wo ich mal wirklich jemanden als Klon zu erkennen meine und das in 30+ Spielstunden. Unter dem Strich: Ich persönlich habe das Gefühl mich in einer echten Welt zu bewegen. Dabei stimmt es natürlich, es ist nicht jeder ansprechbar im Sinne von einem Dialog führen und damit hat man eben einige Dörfer in denen man nichts wirklich tun kann aber mir kommt das nicht schlimm vor. Eher im Gegenteil. Das Spiel ist randvoll mit Quests, ich seh mich das Spiel wirklich hundert und mehr Stunden spielen, dass dann einige Dörfer und Menschen nicht mit mir reden, finde ich unproblematisch und eher realistisch. Die Dörfer sind auch nicht alle gleiche Kopien, das Gefühl bekomme ich manchmal bei der Kritik, sie sind halt nur eben nicht unbedingt wichtig sondern hübschen nur die Landschaft auf und machen sie lebendig. Für mich funktioniert das großartig. Ich war ja desöfteren in verschiedenen Flecken in Deutschland in den Wäldern und die Jungs und Mädels haben es wirklich geschafft eine Welt zu erschaffen, die unserer entsprungen zusein scheint. Da sind sandige Aufschlüssige, Sümpfe, Felder aber alles nicht ganz klar getrennt, sondern es geht sehr angenehm und unauffällig ineinander über. Die Schalchtfelder über die oder an denen man vorbeireitet sehen wirklich so aus. Man kauft dem Land die Kriegsverheerung ab. Es ist nicht einfach nur etwas was die NPCs einem erzählen, man sieht es und fühlt es.

Das Kampfsystem ist sicher ein legitimer Kritikpunkt aber es wird in meinen Augen etwas übertrieben. Gleiches gilt für Witcher 1 und 2. Es ist sicher nicht perfekt aber es funktioniert und erfordert teilweise auch etwas Einarbeitung und Übung. Was ich persönlich recht schwach finde ist die Armbrust, ich denke hier hätte man tatsächlich mehr machen können aber ansonsten bietet einem das Spiel wirklich viel. Einerseits finde ich es großartig erst mal überhaupt ein Kampfsystem zu haben, dass ohne Bombast und Epicness auskommt. Man hat zwar seine Zauber aber es gibt nicht ständig krasse Effekte wenn man mit einem Schwert schlägt und der Schwertkampf selbst kommt auch ohne unmöglichste Moves aus. Das Bestiarium liefert einen Möglichkeiten wie man gegen verschiedene Monster am besten zu Felde zieht und mit Runen, Bomben, Zauber, Kampfstilen, Ölen, womit man sich den Kampf auch erleichtern kann. Man kann sicher daran Arbeiten dass es direkter und weniger schwammig ist, sollte allerdings denke ich auch die Positiven Seiten hervorheben, die für mich persönlich überwiegen.

Items: Großartig. Es gibt soviele Bücher, Briefe und Schnullifachs. Ich denke man könnte hier ein bisschen was am Durchblick tun aber die reichhaltige Menge und auch wie es im Inventar gestaltet wurde, ist wirklich schön. Ich hoffe sehr dass man das beibehält und nicht verwässert. Ich möchte in Cyberpunk auch soviel Zeug finden und einsammeln können.

Skills: Ich finde es ziemlich gut gemacht, hier kann man anscheinend wirklich ewig seinen Charakter entwickeln und verbessern. Wenn ich an Dragon Age Origins denke, wo ich ziemlich schnell doch die Skills gemaxt habe und dann riesige Wolken mit Blitz und Feuer gezaubert habe, da sticht The Witcher 3 positiv hervor. Und Prozente machen halt auch Sinn, denn man levelt ja immer weiter, kämpft gegen stärkere Monster und da bringt es einfach nichts, wenn ich irgendwo +10 bekommen habe, +5% hingegen passt sich dem wenigstens an.

Menüs: Ich hoffe irgendwann schafft man generell wieder gute Menüs zu designen. Dieses Handy/Konsolen-Menü ist einfach traurig. Es ist dunkel, unnötig verworren und recht lieblos.
Was sich hier allerdings befindet ist toll. Das besagte Bestiarium ist wirklich schön aufgemacht, viel zu lesen, gute Tipps. Auch die Charakterliste ist sehr schön, ebenfalls einiges zu lesen und anzuschauen. Sollte man definitiv reingucken.

Nebennebenaufgaben: Gwint ist ein großartiges Kartenspiel, in dem man sich echt verlieren kann. Das ist toll gemacht und scheint wirklich unglaublich viele Leute in den Bann zu ziehen. Dieses Spiel im Spiel ist rundum gelungen. Ich wünschte mir nur, das Würfelspiel gäbe es auch noch, das hat mir nämlich ziemlichen Spaß gemacht aber dafür hat man ja noch Pferderennen und das gute alte Boxen.
Allgemein kann man nebenher soviel machen. Mal eine Räuberbande ausräuchern, Orte der Macht suchen, sich um Monsternester kümmern. Das Spiel gibt einen wunderbare Möglichkeiten neben den Quests.

The Witcher 3 ist sicher kein makelloses Spiel, soetwas wird es niemals geben aber es wischt mit der Konkurrenz, allen voran EA einfach den Boden auf und ja auch mit Bethesda die jedes Mal ziemlich schluddern, auch wenn sie mit ihren möglichkeiten die sie bieten und den Mods die dann kommen EA ebenfalls weit hinter sich lassen. CD Project setzt sich hier entgütig auf den Genrethron, was sich schon bei Witcher 2 abgezeichnet hat. Es ist zu hoffen, dass sie sich mit Cyberpunk genug Zeit lassen und gerade an den kritischsten Punkten wie Kampfsystem etwas Feilen, gerade auch weil es dann wohl nicht nur Nahkampf beinhalten wird. Ich mache mir allerdings wenig Sorgen. Was ich allerdings hoffe ist, dass man es unterlässt noch ein Mal seine Kundschaft mit falschen Bildern zu hintergehen. Ich bin zufrieden mit der Präsentation und das auf mittlerer Stufe, hätte gar nicht gedacht dass es bei mir so toll aussehen würde und ich denke hier ist es wie bisher noch nicht ihnen gelungen, das Spiel wirklich zu optimieren aber manipulieren und Lügen geht nicht.
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crewmate
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Re: The Witcher 3: Wild Hunt - Test

Beitrag von crewmate »

Haben CD Project zugesichert das der Season Pass auch wirklich alle DLCs beinhaltet?
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Gesichtselfmeter
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Re: The Witcher 3: Wild Hunt - Test

Beitrag von Gesichtselfmeter »

Man wird doch nicht gezwungen das zu machen. Ich kaufe mir das was ich brauche meistens. Und das Zerlegen macht schon Sinn. Spätestens wenn Du eine neue Waffe/Rüstung hast und die Runen wiederbekommen kannst.
Genau wie das Looten. Warum nimmst Du auch jeden Krempel mit?
Lass die Sachen doch einfach liegen, die Du nicht brauchst. So kommst Du später auch gar nicht mit dem Menü in Berührung und musst nicht alles umständlich aussortieren.

Na ja, man kann sich halt auch an Kleinigkeiten aufhängen.. :roll:
Sorry, wäre schön wenn ich das auch so sehen könnte, aber woher willst Du wissen, was man später noch brauchen kann oder halt nicht. Es gibt da ein Paar Design-Probleme, die eher die Krempel-Ansammel Taktik befördern:
1. Krempel verkaufen bringt wenig Gold, selbigen Krempel kaufen ist verhältnismäßig teuer (Nach 25 Stunden habe ich immer noch relativ wenig Geld)
2. Wenn Du an einer Kiste z.B. einen Plunder-Gegenstand lootest, weiß man nicht sofort in was man den zerlegen könnte.
3. unrealistisches Inventar: da ich z.B. 10 Schwerter und Rüstungen, 50 Bücher, 30 Felle,....mitschleppen kann und das Inventar in Vergleich zu Dark/Demon Souls nur in Bezug auf Crafting/Alchemie und Plunder eine Rolle spielt, werde ich es natürlich immer bis zum Anshlag vollmachen, denn (s. Punkt 1+2)ich habe keinen Bock mit einem neuen Schema vor einem Schmied zu stehen und zu merken, dass ich alle nötigen Materialen ausgelassen habe. (Beispiel Smaragstaub kostet beim Händlern gleich 500 Öcken)

Ich sehe das auch so, dass das Gamedesign und die Economy den typischen RPG-Sammelwahn fördern, aber leider völlig übertrieben und durch das Menüstyem auch noch erschwert.
Das Spiel ist Hammer und ist definitv eine Genre-Referenz, aber es hat definitiv einige unnötige nicht wegzuredende Design-Macken.
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KaioShinDE
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Re: The Witcher 3: Wild Hunt - Test

Beitrag von KaioShinDE »

Gesichtselfmeter hat geschrieben: 3. unrealistisches Inventar: da ich z.B. 10 Schwerter und Rüstungen, 50 Bücher, 30 Felle,....mitschleppen kann und das Inventar in Vergleich zu Dark/Demon Souls nur in Bezug auf Crafting/Alchemie und Plunder eine Rolle spielt, werde ich es natürlich immer bis zum Anshlag vollmachen, denn (s. Punkt 1+2)ich habe keinen Bock mit einem neuen Schema vor einem Schmied zu stehen und zu merken, dass ich alle nötigen Materialen ausgelassen habe. (Beispiel Smaragstaub kostet beim Händlern gleich 500 Öcken)
Das Inventar ist so üppig weil das Pferd das alles mitschleppt, deshalb wird es auch über Satteltaschen aufgerüstet. Man muss auch irgendwo mal eine Linie ziehen zwischen Spiel und Realimus, ich hätte keine Lust alle 3 Häuser erst manuell das Pferd zu holen und von Hand die Items umlagern, oder was soll da sonst unrealistisch sein?

Leute lasst mal die Kirche im Dorf. Wenn ein Item als "Junk" im Inventar ist dann ist es auch Junk, dann brauchst du es nicht für Quests, punkt. Das ist vollkommen transparent im Spiel, da gibts eigentlich keine Möglichkeit was falsch zu machen. Und Crafting Materialien sind so leicht, ich sammel seit 30h jetzt alles und hab nach einem Sattelupgrade immer noch rund 30kg übrig für Waffen/Rüstungen. Wo gibt es da eine Einschränkung? Gar nicht. Und wenn es mal voll ist dann zerlegt man ein paar gewöhnliche Waffen anstatt sie zu verkaufen und gut ist. Die Händler in Oxenfurt haben auch immer genug Kohle um einem alles abzunehmen, mit Schnellreise kommt man da jederzeit innerhalb von 30s hin (!).

Man hat genug Platz und muss nichts liegen lassen. Wer das anders sieht macht im Spiel was falsch!
Vinterblot
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Re: The Witcher 3: Wild Hunt - Test

Beitrag von Vinterblot »

Um nach viel Kritik mal was Positives anzubringen: Ich finde es sehr gut, dass man in Witcher 3 nicht im Sekundenabstand mit Gegnern konfrontiert wird. Das Spiel versucht eine glaubwürdige Welt zu designen und da ist es nun mal Blödsinn, wenn man keine 5 Schritte gehen kann ohne über ein Wolfsrudel, einen Bären, ein Monster zu stolpern. Außerdem verlagert es so natürlich auch die Gewichtung - Witcher 3 ist kein Kampfspiel. Kampf ist eine Option und man wird an manchen Stellen nicht drum herum kommen, aber es ist nicht das zentrale Spielelement. Zentral ist für mich die Geschichte - und die wird durch ganz viele Dinge erzählt: Gespräche, Ereignisse, Umgebung und manchmal auch durch Kampf. Aber dieser Kampf ist nie das wesentliche.
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Steppenwaelder
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Re: The Witcher 3: Wild Hunt - Test

Beitrag von Steppenwaelder »

Vinterblot hat geschrieben: Kampf ist eine Option und man wird an manchen Stellen nicht drum herum kommen, aber es ist nicht das zentrale Spielelement.
Natürlich ist Kampf das zentrale Spielelement und man tut es auch ständig. Anders als in vielen anderen Vertretern des Genres, hab ich auch gar keine Möglichkeit nicht zu kämpfen(außer ab und zu bei Dialogentscheidungen) - Schleichsystem gibt es ja z.B. nicht.
Und außerdem sieht man doch wirklich ständig Gegner wenn man in der Welt rumläuft?
Vinterblot
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Re: The Witcher 3: Wild Hunt - Test

Beitrag von Vinterblot »

Dann spielst du grundlegend anders als ich. Ich würde die Zeit, die ich mit Kämpfen verbringe auf maximal 1/5 bis 1/4 der gesamten Spielzeit schätzen. Zum Beispiel trifft man kaum auf Quests, bei denen man sich durch Horden von Monstern kämpfen muss. Es sind vielleicht mal 2 oder 3 Gruppen, die man bekämpfen muss. Wenn überhaupt. Andere Quests bestehen aus langer Detektivarbeit und einem einzelnen Abschlusskampf gegen ein einzelnes Monster.

Ich finde, da haben sie durchaus einen sehr reduzierten Ansatz gewählt. Schau dir z.B. einen anderen Klassiker der (erzählenden) RPG's an: Baldurs Gate. Wie oft muss man sich dort durch Stockwerke voller Monster prügeln, nur um am Ende ein kurzes Gespräch zu führen der die Quest abschließt? Allein die Minen von Nashkell: 4 Stockwerke Tunnel mit Koboldengruppen. Und auch das Suchen der Questziele geht in BG der Regel nur mit langen Wanderungen durch die Wildnis mit vielen, vielen Standardgegnern einher. Ganz zu schweigen von auf Kampf fokussierten Spielen wie Diablo der Souls. Und dann denk mal an ein Mass Effect oder ein Dragon Age, die auch immer nach dem Schema "Laufe nach X für Y und erledige auf dem Weg dorthin alle Gegner" ablaufen - und das ist ja aus Entwicklersicht auch nur lieb und billig. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn mit Copy&Paste von Gegnern lässt sich Spielzeit natürlich relativ günstig strecken, während Gespräche und die für jede Quest individuelle Detektivarbeit vergleichsweise teuer ist.

Wenn du im Witcher kämpfst, dann - so ist mein Eindruck - in der Regel aus für die Quest nachvollziehbaren Gründen. Und es wird nicht überstrapaziert. Wenn du einen verschollenen Kaufmann mit seiner Wagenlieferung finden sollst, dann haben sich bei deinem eintreffen natürlich die Nekrophagen an den Überresten zu schaffen gemacht, die du dann beseitigen musst. Aber das sind dann 2 Gegner und nicht 5 Gruppen a 5 Ghule, die darauf warten, dass du vorbei kommst. So hat der Kampf eine ganz andere, erzählerische Komponente, während man bei Mass Effect nach jedem Questschritt hirnlos hunderte Söldner wegbretzelt, weil sonst das Spiel zu kurz wäre. (Und während ich bei Mass Effect die ganze Zeit denke: Ja gut, wann ist hier Ende mit den Kämpfen, ich will wissen wie's in der Geschichte weiter geht. Wie viele Gänge kommen denn da noch?)

Bei welchem RPG hat man denn eine ähnlich niedrige Kampfdichte wie in Witcher 3? Planescape: Torment fällt mir da ein, aber sonst?
Zuletzt geändert von Vinterblot am 24.05.2015 13:52, insgesamt 4-mal geändert.
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Nightmare King Grimm
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Re: The Witcher 3: Wild Hunt - Test

Beitrag von Nightmare King Grimm »

SethSteiner hat geschrieben:Für mich persönlich ist The Witcher 3 in jedem Fall die Referenz im Genre und teilweise sogar Genreübergreifend. Die Quests wurden ja oft angesprochen, die Figuren wirken allesamt großartig, sei es nun Geralt selbst oder einfach nur ein Mann im Tutorialgebiet, den man eigentlich nur ein, zwei Minuten überhaupt spricht. Die Vertonung (ich spiele auf englisch), die Darstellung, die Musik, die Umgebung das alles wirkt hinein und dazu auch, dass man im Spiel kaum NPC Klone antrifft. Es gab einen einzigen Moment in Novigrad, wo drei Leute in einer Zwischensequenz nebeneinander standen die scheinbar identisch waren und das wars. Ansonsten gab es, zwei, drei andere Momente wo ich mal wirklich jemanden als Klon zu erkennen meine und das in 30+ Spielstunden. Unter dem Strich: Ich persönlich habe das Gefühl mich in einer echten Welt zu bewegen. Dabei stimmt es natürlich, es ist nicht jeder ansprechbar im Sinne von einem Dialog führen und damit hat man eben einige Dörfer in denen man nichts wirklich tun kann aber mir kommt das nicht schlimm vor. Eher im Gegenteil. Das Spiel ist randvoll mit Quests, ich seh mich das Spiel wirklich hundert und mehr Stunden spielen, dass dann einige Dörfer und Menschen nicht mit mir reden, finde ich unproblematisch und eher realistisch. Die Dörfer sind auch nicht alle gleiche Kopien, das Gefühl bekomme ich manchmal bei der Kritik, sie sind halt nur eben nicht unbedingt wichtig sondern hübschen nur die Landschaft auf und machen sie lebendig. Für mich funktioniert das großartig. Ich war ja desöfteren in verschiedenen Flecken in Deutschland in den Wäldern und die Jungs und Mädels haben es wirklich geschafft eine Welt zu erschaffen, die unserer entsprungen zusein scheint. Da sind sandige Aufschlüssige, Sümpfe, Felder aber alles nicht ganz klar getrennt, sondern es geht sehr angenehm und unauffällig ineinander über. Die Schalchtfelder über die oder an denen man vorbeireitet sehen wirklich so aus. Man kauft dem Land die Kriegsverheerung ab. Es ist nicht einfach nur etwas was die NPCs einem erzählen, man sieht es und fühlt es.
Ist mir auch schon aufgefallen. Hin und wieder seh ich mal paar Klone, die gibt es. Das ist aber unglaublich selten der Fall, dafür allemal meinen Respekt.

Die Dörfer erzeugen bei mir den Gegenteiligen Effekt. Ich seh die inzwischen nur noch wie Tankstellen: Dorf A hat einen Schmied, Dorf B einen Händler, Dorf C einen Kräuterkundigen und Dorf D wieder nen Schmied - nur mit anderer Spezialisierung. Die sehen natürlich nicht alle gleich aus, aber im wesentlichen sind es nur unterschiedliche Aneinanderreihungen der gleichen Häuser mal von einer Taverne oder einem Laden unterbrochen. Ich könnte mich so spontan - obwohl ich erst vor kurzem gespielt habe - an keinen Ort erinnern, der bei mir 'Eindruck' hinterlassen hätte oder an den ich mich erinnern würde. Auf mich wirkt das alles also irgendwie gegenteilig: nicht lebendig sondern eher leblos, wie Kulissen.
SethSteiner hat geschrieben:Das Kampfsystem ist sicher ein legitimer Kritikpunkt aber es wird in meinen Augen etwas übertrieben. Gleiches gilt für Witcher 1 und 2. Es ist sicher nicht perfekt aber es funktioniert und erfordert teilweise auch etwas Einarbeitung und Übung. Was ich persönlich recht schwach finde ist die Armbrust, ich denke hier hätte man tatsächlich mehr machen können aber ansonsten bietet einem das Spiel wirklich viel. Einerseits finde ich es großartig erst mal überhaupt ein Kampfsystem zu haben, dass ohne Bombast und Epicness auskommt. Man hat zwar seine Zauber aber es gibt nicht ständig krasse Effekte wenn man mit einem Schwert schlägt und der Schwertkampf selbst kommt auch ohne unmöglichste Moves aus. Das Bestiarium liefert einen Möglichkeiten wie man gegen verschiedene Monster am besten zu Felde zieht und mit Runen, Bomben, Zauber, Kampfstilen, Ölen, womit man sich den Kampf auch erleichtern kann. Man kann sicher daran Arbeiten dass es direkter und weniger schwammig ist, sollte allerdings denke ich auch die Positiven Seiten hervorheben, die für mich persönlich überwiegen.
Ich würde nicht generell sagen, dass es funktioniert. Die Zielfunktion ist okay, solange man das Ziel nicht wechseln muss. Ich muss dann teils gut 10 Sekunden rumwerkeln bis ich mal das Ziel bekomme, dass ich eigentlich will. Das ist in der Eile ziemlich lästig. Im Gegenzug aber auf die Erfassung zu verzichten ist ebenso ungeschickt, weil mein Hexer seine Ziele dann spontan wählt: stehen zwei Monster leicht versetzt in etwa der selben Richtung, schlüpft (das sieht etwas seltsam aus) Geralt dann auch mal ersten Monster vorbei um sich komplett auf das zweite zu konzentrieren. Das ist besonders dann einfach nur lästig, wenn man versucht low HP Gegnern den Todesstoß zu versetzen. Und ganz schlimm wird es, wenn sowas in engen Gassen geschieht. Dann zoomt die Kamera auch noch ein wenig verrückt umher und das Kämpfen ist mehr Chaos als sonstwas.

Bestiarium sowie die generellen Mechanismen mit Schwächen, Ölen und Co funktioniert tadellos, ich schätze das ebenfalls sehr.
SethSteiner hat geschrieben:Items: Großartig. Es gibt soviele Bücher, Briefe und Schnullifachs. Ich denke man könnte hier ein bisschen was am Durchblick tun aber die reichhaltige Menge und auch wie es im Inventar gestaltet wurde, ist wirklich schön. Ich hoffe sehr dass man das beibehält und nicht verwässert. Ich möchte in Cyberpunk auch soviel Zeug finden und einsammeln können.
Die Texte etc sind in der Tat fabelhaft und laden - entgegen einem Dragon Age - auch zum lesen ein. Finde ich auch Klasse.

Das restliche Itemgewusel finde ich dagegen strittig(er), auch weil es einen erschlägt.

SethSteiner hat geschrieben:Skills: Ich finde es ziemlich gut gemacht, hier kann man anscheinend wirklich ewig seinen Charakter entwickeln und verbessern. Wenn ich an Dragon Age Origins denke, wo ich ziemlich schnell doch die Skills gemaxt habe und dann riesige Wolken mit Blitz und Feuer gezaubert habe, da sticht The Witcher 3 positiv hervor. Und Prozente machen halt auch Sinn, denn man levelt ja immer weiter, kämpft gegen stärkere Monster und da bringt es einfach nichts, wenn ich irgendwo +10 bekommen habe, +5% hingegen passt sich dem wenigstens an.
Prozente wie Prozente und die generelle Anordnung ist auch gut. Ich empfinde es aber als störend, dass es nur Prozentualwerte sind, die man sich da heranzüchtet. Ich hätte mir mehr Skills gewünscht, auf die man sich freut. Selbst wenns bloß die Möglichkeit wäre mal mit einer anderen Kombo anzugreifen, einen Rundumschlag auszuführen oder sowas in der Art. Denn so ist es, bis auf wenige Ausnahmen, nur ein sammeln von Prozentpunkten - was mir persönlich keinen Spaß macht in einem Skilltree.
SethSteiner hat geschrieben:Menüs: Ich hoffe irgendwann schafft man generell wieder gute Menüs zu designen. Dieses Handy/Konsolen-Menü ist einfach traurig. Es ist dunkel, unnötig verworren und recht lieblos.
Was sich hier allerdings befindet ist toll. Das besagte Bestiarium ist wirklich schön aufgemacht, viel zu lesen, gute Tipps. Auch die Charakterliste ist sehr schön, ebenfalls einiges zu lesen und anzuschauen. Sollte man definitiv reingucken.
Das Menü ist etwas umständlich, die von dir beschriebenen Untermenüs sind dagegen allemal besser, da stimme ich ebenfalls zu.
SethSteiner hat geschrieben:Nebennebenaufgaben: Gwint ist ein großartiges Kartenspiel, in dem man sich echt verlieren kann. Das ist toll gemacht und scheint wirklich unglaublich viele Leute in den Bann zu ziehen. Dieses Spiel im Spiel ist rundum gelungen. Ich wünschte mir nur, das Würfelspiel gäbe es auch noch, das hat mir nämlich ziemlichen Spaß gemacht aber dafür hat man ja noch Pferderennen und das gute alte Boxen.
Allgemein kann man nebenher soviel machen. Mal eine Räuberbande ausräuchern, Orte der Macht suchen, sich um Monsternester kümmern. Das Spiel gibt einen wunderbare Möglichkeiten neben den Quests.
Gwint ist Klasse, keine Frage. Mit Pferderennen und Schlägereien kann ich dagegen nichts anfangen, was die Anzahl der wirklichen Nebenaktivitäten für mich einschränkt.

Auch empfinde ich die von dir beschriebenen Mini-Events nicht wirklich als etwas 'nebenher' machen. Die haben Teils viel 08/15 Charakter und auch wenn sie, neben den richtigen Quests, alles etwas auflockern, empfinde ich persönlich das zB nicht als etwas, dass ich gerne nebenher mache. Einfach weil es oftmals zu nah an dem dran ist, was ich in den Quests schon ohnehin mache (sprich: Banditen/Monster ausräuchern usw). Zumindest geht es mir so damit.
SethSteiner hat geschrieben:The Witcher 3 ist sicher kein makelloses Spiel, soetwas wird es niemals geben aber es wischt mit der Konkurrenz, allen voran EA einfach den Boden auf und ja auch mit Bethesda die jedes Mal ziemlich schluddern, auch wenn sie mit ihren möglichkeiten die sie bieten und den Mods die dann kommen EA ebenfalls weit hinter sich lassen. CD Project setzt sich hier entgütig auf den Genrethron, was sich schon bei Witcher 2 abgezeichnet hat. Es ist zu hoffen, dass sie sich mit Cyberpunk genug Zeit lassen und gerade an den kritischsten Punkten wie Kampfsystem etwas Feilen, gerade auch weil es dann wohl nicht nur Nahkampf beinhalten wird. Ich mache mir allerdings wenig Sorgen. Was ich allerdings hoffe ist, dass man es unterlässt noch ein Mal seine Kundschaft mit falschen Bildern zu hintergehen. Ich bin zufrieden mit der Präsentation und das auf mittlerer Stufe, hätte gar nicht gedacht dass es bei mir so toll aussehen würde und ich denke hier ist es wie bisher noch nicht ihnen gelungen, das Spiel wirklich zu optimieren aber manipulieren und Lügen geht nicht.
Ich finde das auch ziemlich strittig. Bioware und EA sind natürlich aus dem Rennen, keine Zweifel daran. Ich persönlich sehe The Witcher 3 aber nicht (alleinig?) auf dem Thron. So sehr es an einer Front was revolutioniert so sehr finde ich es an anderen Stellen ziemlich 'hinterher'. Zudem denke ich: so richtig wird sich das auch erst zeigen, wenn die Leute in Durchgang 2 und 3 sind und sich dann erst vollkommen zeigt, wie unterschiedlich man es spielen kann.
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Gesichtselfmeter
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Re: The Witcher 3: Wild Hunt - Test

Beitrag von Gesichtselfmeter »

Das Inventar ist so üppig weil das Pferd das alles mitschleppt, deshalb wird es auch über Satteltaschen aufgerüstet. Man muss auch irgendwo mal eine Linie ziehen zwischen Spiel und Realimus, ich hätte keine Lust alle 3 Häuser erst manuell das Pferd zu holen und von Hand die Items umlagern, oder was soll da sonst unrealistisch sein?

Leute lasst mal die Kirche im Dorf. Wenn ein Item als "Junk" im Inventar ist dann ist es auch Junk, dann brauchst du es nicht für Quests, punkt. Das ist vollkommen transparent im Spiel, da gibts eigentlich keine Möglichkeit was falsch zu machen. Und Crafting Materialien sind so leicht, ich sammel seit 30h jetzt alles und hab nach einem Sattelupgrade immer noch rund 30kg übrig für Waffen/Rüstungen. Wo gibt es da eine Einschränkung? Gar nicht. Und wenn es mal voll ist dann zerlegt man ein paar gewöhnliche Waffen anstatt sie zu verkaufen und gut ist. Die Händler in Oxenfurt haben auch immer genug Kohle um einem alles abzunehmen, mit Schnellreise kommt man da jederzeit innerhalb von 30s hin (!).

Man hat genug Platz und muss nichts liegen lassen. Wer das anders sieht macht im Spiel was falsch!
Na durch die Erklärung mit dem Pferd wird es für mich jetzt nicht unbedingt realistischer :D Das arme Pferd inkl. Taschen will ich sehen, das so viel Krempel transportieren kann...das ist Tierquälerei, wo ist PETA, wenn man die braucht. :mrgreen: Mir geht es nur darum, dass ich nach etlichen WRPGs allmählich eine Sammel-Fatigue entwickelt habe (kann deshalb die ACs nicht mehr zocken) und ich mir mal eine art RPG mit stärkerem Sim-Charakter wünschen würde. Beispiel:Ich muss Vitalität auffüllen, also gehe ich jagen und verwede das Fleisch sofort anstatt 30kg faulendes Fleisch mitzuschleppen. Wenn der Plunder so unwichtig ist, frage ich mich, warum er dann überhaupt da ist. Das sind etlliche Entwicklungsstunden, die in die falsche Richtung fließen.
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Kasmo
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Re: The Witcher 3: Wild Hunt - Test

Beitrag von Kasmo »

Haben CD Project zugesichert das der Season Pass auch wirklich alle DLCs beinhaltet?
http://www.gog.com/game/the_witcher_3_w ... nsion_pass

Er enthält die 2 Add ons(nicht mit DLC zu verwechseln), die DLCs sind nicht dabei, weil sie schon kostenlos beim Hauptspiel dabei sind, sobald sie fertig sind.

Mehr Add ons sind bis jetzt nicht geplant. Anfang 2016 wird Witcher III somit komplett fertig sein.
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KaioShinDE
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Re: The Witcher 3: Wild Hunt - Test

Beitrag von KaioShinDE »

Gesichtselfmeter hat geschrieben: Na durch die Erklärung mit dem Pferd wird es für mich jetzt nicht unbedingt realistischer :D Das arme Pferd inkl. Taschen will ich sehen, das so viel Krempel transportieren kann...das ist Tierquälerei, wo ist PETA, wenn man die braucht. :mrgreen: Mir geht es nur darum, dass ich nach etlichen WRPGs allmählich eine Sammel-Fatigue entwickelt habe (kann deshalb die ACs nicht mehr zocken) und ich mir mal eine art RPG mit stärkerem Sim-Charakter wünschen würde. Beispiel:Ich muss Vitalität auffüllen, also gehe ich jagen und verwede das Fleisch sofort anstatt 30kg faulendes Fleisch mitzuschleppen. Wenn der Plunder so unwichtig ist, frage ich mich, warum er dann überhaupt da ist. Das sind etlliche Entwicklungsstunden, die in die falsche Richtung fließen.
Das mit dem Sim-Charakter gibt es ja in zahlreichen der aktuellen Survival Gedöns Spiele die wie Krebs durch den Markt wuchern. Dort hast du Nahrung die verdirbt etc... Ich finde in einem RPG hat sowas nichts zu suchen, das endet nur in endlosem Mikromanagement. Vor jeder Quest erstmal Vorräte auffrischen, alte wegwerfen, und wenn du mal zu wenig mitgenommen hast sich tot ärgern. Dass fügt ausser Nervpotential eigentlich nichts hinzu IMO. Aber okay, da gibt es natürlich kein richtig oder falsch, nur Meinungen.

Meinst du mit AC Assassin's Creed? Das ist ja kein WRPG. Ich hätte die Junk Items im Spiel auch nicht gebraucht, von mir aus hätten sie die gerne weglassen können. Aber manche Leute regen sich da auch tierisch drüber auf wenn überall Kisten und Schränke in einem RPG sind und man nicht in jeder irgendwas findet.

Das Problem bei RPGs ist halt mehr noch als in jedem anderen Genre das man es nicht jedem Recht machen kann, es gibt so viele verschiedene Ansprüche die man an das Genre haben kann. Manchen ist die Story und Athmosphäre sehr wichtig, wieder andere können ein RPG nicht mehr ertragen wenn das Kampfsystem nicht an Souls herankommt, wieder andere brauchen unbedingt ein enorm komplexes Skillsystem zum MinMaxen. Und dann gibts da ja noch die alte Grundsatzdiskussion von wegen Held muss Sockenpuppe für den Spieler sein versus fixer Held mit fertigem Charakter. Ich bin da bei SethSteiner, für MICH ist Witcher 3 mit weitem Abstand die neue Genrereferenz. Da kommt ganz lange nichts anderes entfernt heran.
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EvilReaper
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Re: The Witcher 3: Wild Hunt - Test

Beitrag von EvilReaper »

Das Spiel ist echt gut. Aber es hat mehr mit Dragon Age: Inquisition (das ich ebenfalls gut fand) gemeinsam als manch einer zugeben mag, auch viele negative Punkte... Die Dialgoe sind genau so wenig verschachtelt. Leuchtende Items, damit man ja auch nichts übersieht. In Häuser reingehen und alles mitnehmen ohne Konsequenzen. Mittelprächtiges Kampsystem, das hier bei Witcher 3 im Grunde 1:1 das Assasins Creed-Kampfsystem ist. Hexersinn, der einem alles verrät und Minimap, die einem alles verrät... auch nicht viel besser als bei Dragon Age. Illusionen mega leicht zu entdecken. Bunte Grafik - dieselbe wie in Dragon Age, statt eine zusammenhängende Open-World, mehrere Gebiete wie in Dragon Age - aber deutlich weniger Abwechslung in den Landschaften.

Die Quest-Inszenierung ist natürlich viel besser, das macht aus TW3 vielleicht dann letztendlich auch das bessere Spiel, aber an ein Fallout New Vegas z.B. kommt es als Rollenspiel nicht ran. Schon alleine, was ich da je nach Skill an Dialogmöglichkeiten habe eine Quest ohne Gewalt zu lösen oder Vorgehensweisen innerhalb einer Quest (Schleichen, Kämpfen, clevers Überreden usw.), das fehlt hier vollkommen bzw. gibt es nicht annähernd in dem Ausmaß.

Oft habe ich auch den Eindruck, dass es nur eine richtige Dialogoption gibt bzw. die andere auch zum selben Ergebnis führt. Die Quests an sich sind dann auch sehr linear. "Gehe zur Stelle XY" - "Setze deinen Hexersinn ein" - "Folge irgendeiner Spur" - "Besiege die Gegner/Kämpfe" - ziemlich viele Quests sind so aufgebaut, achtet mal drauf, auch wenn es mal Dialoge dazwischen gibt, am Ende scheint es oft auf dasselbe hinaus zu laufen.

Für mich ist TW3 ein gutes Spiel bisher, ich würde es aber eher auf dem Niveau von Dragon Age: Inquisition sehen als RPG.
Vinterblot
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Re: The Witcher 3: Wild Hunt - Test

Beitrag von Vinterblot »

Wie weit bist du denn? Gerade in den ersten Hauptquests in Velen scheint es nämlich je nach Entscheidungen ziemlich unterschiedliche Questverläufe zu geben - wobei die Eckpunkte natürlich gleich bleiben: Wenn du eine verschwundene Frau suchst, dann ist die Frau da, wo sie ist - unabhängig davon, wie du während der Suche vorgehst.

Und auch so haben meine Freundin und ich andere Erlebnisse bei den selben Quests gesehen, basierend darauf, wie wir uns einige Stunden vorher verhalten haben - das sind mitunter Kleinigkeiten, aber sie sind da und nachvollziehbar: Ich konnte einem Kampf aus dem Weg gehen, weil ich Stunden zuvor nicht ne Kneipenschlägerei angefangen hatte, während meine Freundin angegriffen wurde, als die Typen, mit denen sie sprach erfuhren, dass sie mit einem Hexer sprechen ("Das muss der Typ aus der Kneipe sein der unsere Kumpels aufgemischt hat!!! Schnappt ihn!")
Zuletzt geändert von Vinterblot am 24.05.2015 14:12, insgesamt 1-mal geändert.
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