Pwolf hat geschrieben: ↑04.01.2019 15:17
Das spiel hat wahrscheinlich die best ausgearbeiteten Charaktere die es jemals in einem Videospiel gab. Dazu kommt die gut geschriebene Geschichte, die sozusagen den Unterbau für die Charakterzeichnung gibt.
Eine glaubhafte und in sich logische Welt mit super Grafik und Action, die vllt nicht begeistert aber auch nicht langweilt.
Die Steuerung ist nur am Anfang umstündlich, wer Zeit in das Spiel investiert, merkt das gar nicht mehr.
Für mich auf jedenfall das beste Spiel dieses Jahr.
Wer sich für sowas wie glaubhafte Charaktere und eine gute Geschichte nicht interessiert, ja für den mag es vllt nicht das Spiel des Jahres sein.
God of War kann ich nicht beurteilen weil ich es nicht gespielt habe, kann mir aber vorstellen das es ähnlich gut ist. Werde ich nachholen.
Naja "glaubhafte" Charaktere ist wohl scheinbar auch subjektiv. Bis auf Arthur, John, Saddie und Charles fand ich die anderen Mitglieder doch eher extrem Klischee behaftet. Insbesondere Dutch fand ich sehr unglaubwürdig. Der "Anführer" der Gang sagt den Satz:" I have a plan. TRUST ME!" knapp 100mal, jedes Mal funktioniert sein Plan nicht und die eine Hälfte der Gruppe zweifelt nie an ihm, während die andere Hälfte einfach viel zu lange braucht um ihm zu Misstrauen (bis auf John, Saddie, Charles und Arthur). Dabei hatte er eigentlich nach Kapitel 1 kaum noch Nuancen, sondern schien unglaublich arrogant und selbstzentriert, während Rockstar ihn ja eher als "unglaublich charismatisch" darstellen wollte.
Micah fand ich auch ziemlich schwach charakterisiert. Keine Ecken und Kanten, sondern einfach nur ein großmauliges Klischee.
Das die ständige Suche nach dem großen Coup/Geld sich mit den tausenden von Dollern, welche man nach Kapitel 3 schon besitzt, ordentlich beisst ist meiner Meinung nach auch eher ein Knick in der Glaubwürdigkeit der Geschichte.
Storymäßig hat mich RDR2 erst ab Kapitel 4 überzeugt und Kapitel 6, sowie der Epilog fand ich größenteils sehr gut! (Nur Kapitel 5 war eher mäßig, aber eine nötige optische Abwechslung).
Insgesamt mMn Rockstars beste Geschichte, fand aber alle andere Spiele (außer RDR1) von der Story ziemlich schwach (inbesondere GTA5). Grafisch ist das Spiel eine Augenweide. Variaton der Tiere, des Wetters, der Städte und ihrer Bewohner waren sehr beeindruckend. Gameplay fand ich nicht berauschend, viele Hauptmissionen auch eher repetitiv, mit einigen schönen und sehr gut inszenierten Ausnahmen. Dafür waren die Stranger-Missionen fast alle sehr unterhaltsam und abwechslungsreich.
Ich war, wohl anhand der unglaublich hohen Wertungen (vor allem von 4Players, bei denen ich eigentlich die etwas strengere und differenziertere Benotung von Spielen schätze - Im Gegensatz zur z.B. Gamepro), etwas enttäuscht vom Spiel. Während die Welt und Liebe zum Detail, sowie das starke letzte Drittel der Story toll waren, war das dauerhaft entschleunigte Tempo, Steuerungsproblem wie die Sensibilität des Pferdes im Wald/in der Stadt oder Arthurs Probleme mit dem sammeln und viele weitere Kleinigkeiten wie Bountysystem etc. einfach eine absolute Spaßbremse. Für mich eine 8/10!
Trotzdem ein exzellentes Spiel bei dem ich Spiel des Jahres nachvollziehen kann.
Für mich persönlich war es God of War, da es bis auf den enttäuschenden Mangel an Gegnervariationen alles richtig gemacht hat.
Kratos hat endlich deutlich mehr Tiefe und Nuancen bekommen, die Semi-Openworld fand ich auch toll und vor allem die Tiefe des Kampfsystems mit der Leviathan-Axt ist ein absolutes Highlight.